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Ergotherapie KinderspielPotenziale entfalten – ganz spielerisch

Therapeutisches Klettern

Ihr Kind klettert freiwillig. Deshalb gelingt an der Wand, was am Tisch stockt.

Zum Klettern muss man Kinder nicht überreden, die Begeisterung bringen sie mit. Genau diese Eigenmotivation ist der therapeutische Hebel: solange es sich nach Spiel anfühlt, geht ein Kind an Grenzen, die es am Tisch nach zehn Minuten zumacht.

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Mädchen schaut an einer Kletterwand nach oben

Warum das wirkt

Die Wand liefert genau die Reize, die das Gehirn sortieren muss

Beim ergotherapeutischen Klettern werden gezielt ausgewählte Reize spielerisch angeboten, die der Verarbeitung von Sinnesreizen im Gehirn dienen. Höhe, Zug, Gewicht, Druck in den Fingern und die Lage im Raum kommen alle gleichzeitig, und das Kind muss sie sortieren, um weiter nach oben zu kommen.

Das ist derselbe Aufbau wie in der sensorischen Integrationstherapie, nur dass die Aufgabe hier von selbst spannend ist. Kein Kind fragt an der Wand, wie lange das noch dauert.

Mehr zur sensorischen Integration

Was dabei wächst

Was Ihr Kind an der Wand lernt, merkt es selbst am wenigsten

Die folgenden Punkte sind keine Nebenwirkung, sie sind das Ziel. Sortiert nach dem, was Eltern zu Hause als Erstes auffällt.

Körper und Spannung

Ihr Kind spürt sich selbst deutlicher und kann sich besser dosieren.

  • Anspannung und Aufregung wieder herunterfahren, körperlich wie innerlich
  • ein ausgeglichenes Erregungsniveau halten, statt zwischen Überdrehtheit und Erschöpfung zu pendeln
  • den eigenen Körper besser wahrnehmen, eigene Grenzen spüren und annehmen
  • die Kraft so dosieren, wie der Griff sie braucht, nicht mit voller Faust
  • Koordination, Geschicklichkeit, Ausdauer und schnelle Reaktion

Mut und Selbstwert

Oben angekommen zu sein, lässt sich niemandem mehr ausreden.

  • ein stabiler Selbstwert, weil der Erfolg an der Wand sichtbar und selbst erarbeitet ist
  • Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten
  • ein hilfreicher Umgang mit Angst, sie zulassen und überwinden statt sie zu umgehen
  • Freude an Bewegung und die eigene Begeisterung auch zeigen dürfen
  • gestärkte Eigenmotivation, die aus dem Kind kommt und nicht aus dem Lob

Miteinander

Gesichert wird zu zweit. Das ist keine Übung, das ist ernst.

  • Vertrauen in den Kletterpartner, der das Seil hält
  • Verantwortung für eine andere Person übernehmen und sie auch tragen
  • Teamfähigkeit und soziale Kompetenz im Spiel an der Wand

Planen und Konzentrieren

Jede Route ist eine Aufgabe, die vor dem ersten Griff gelöst werden will.

  • Handlungs- und Bewegungsplanung, also erst denken, dann greifen
  • Problemlösung, wenn der nächste Griff zu weit weg ist
  • Aufmerksamkeit und Konzentration über eine ganze Route hinweg

Sichern lernen

Wer sichert, hält jemand anderen. Das begreift ein Kind sofort.

Gesichert zu klettern heißt zweierlei: sich darauf verlassen, dass unten jemand aufpasst, und selbst zu der Person werden, auf die sich jemand verlässt. Verantwortung wird an der Wand nicht besprochen, sie wird gebraucht.

Kletterregeln

Was vor dem Einstieg geprüft wird, wer wann losklettert, wann Schluss ist.

Sicherungstechnik

Wie das Seil geführt wird, damit der Partner oben sicher hängt.

Klettertechnik

Wie Füße und Gewicht arbeiten, damit nicht die Arme alles tragen.

Die theoretischen Grundlagen laufen dabei nebenher mit, altersgerecht und ohne Prüfung.

Einzeln oder in der Gruppe

Zwei Wege an derselben Wand

In der Einzeltherapie geht das Tempo ganz nach Ihrem Kind, jede Route wird auf sein aktuelles Thema zugeschnitten. In der Klettergruppe, bei uns Tarzangruppe genannt, kommt dazu, was allein nicht zu üben ist: Warten, Anfeuern, Sichern, Streiten, sich wieder vertragen.

Der nächste Schritt

Ob Klettern für Ihr Kind passt, klärt ein kurzes Gespräch

Rufen Sie an oder schreiben Sie kurz, was Ihnen an Ihrem Kind auffällt. Danach sagen wir Ihnen ehrlich, ob Klettern der richtige Weg ist oder ein anderer Teil der Therapie zuerst dran wäre.

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