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Ergotherapie KinderspielPotenziale entfalten – ganz spielerisch

Die Frage, mit der hier fast alle anfangen

Braucht mein Kind wirklich Ergotherapie?

Meistens beginnt es nicht mit einer Diagnose, sondern mit einem Gefühl im Alltag: etwas kostet dieses Kind mehr Kraft als andere Kinder. Unten stehen die zwanzig Situationen, die in der Praxis am häufigsten der Anlass sind. Lesen Sie sie wie eine Checkliste für sich selbst, nicht wie einen Test für Ihr Kind.

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Lebensbereich 1 von 4

Selbstversorgung: der ganz normale Tagesablauf

Anziehen, essen, sich zurechtfinden, zur Ruhe kommen. Wenn hier jeder Schritt zur Verhandlung wird, kostet das die ganze Familie Kraft.

Zwei Kinder backen gemeinsam
  • Anziehen dauert bei uns jeden Morgen eine halbe Ewigkeit.

    Probleme beim An- und Ausziehen

  • Etiketten, Nähte, bestimmte Pullis: das meiste kommt gar nicht erst an den Körper.

    Ablehnung vieler Kleidungsstücke

  • Mit Messer und Gabel tut er sich schwer, und sich selbst etwas herrichten geht noch gar nicht.

    Schwierigkeiten beim Essen und beim Essen zubereiten

  • Auf den Teller darf nur, was sie schon kennt. Neues wird nicht einmal probiert.

    Ablehnung vieler Nahrungsmittel

  • Im Zimmer und in der Schultasche findet er nie wieder, was er gerade sucht.

    Probleme, Ordnung zu halten

  • Ohne Ansage von außen fängt sie nicht an und wird auch nicht fertig.

    Schwierigkeiten bei Zeit- und Aufgabeneinteilung

  • Am Morgen kommt er kaum wach, am Abend liegt er noch stundenlang mit offenen Augen da.

    Regulationsprobleme des Wachheitszustandes

  • Das Abgeben im Kindergarten endet fast täglich mit Tränen.

    Trennungsängste

Lebensbereich 2 von 4

Schule und Kindergarten

Hier fällt es zuerst auf, weil hier zum ersten Mal verglichen wird. Oft kommt der Anstoß von der Pädagogin oder aus der Schuleingangsuntersuchung.

Kind mit Kopfhörern vor gelbem Hintergrund

Nach drei Zeilen tut ihm die Hand weh und er will nicht mehr schreiben.

Schwierigkeiten in der Fein- und Schreibmotorik

Schneiden, Knöpfen, Schleife binden: da geht ständig etwas daneben.

Ungeschicklichkeit

Beim Turnen und am Klettergerüst wirkt sie unsicherer als die anderen in ihrem Alter.

Grobmotorische Probleme

Er drückt so fest auf, dass das Blatt reißt. Oder man sieht die Striche kaum.

Schlechte Kraftdosierung

Was gestern noch gesessen ist, ist heute wieder weg.

Lernschwierigkeiten

In der Schule heißt es, er ist mit den Gedanken ständig woanders.

Aufmerksamkeitsprobleme

Lebensbereich 3 von 4

Freizeit und Spiel

Der Bereich, über den am seltensten gesprochen wird, obwohl Kinder hier den größten Teil ihres Tages verbringen. Spielen ist die Arbeit eines Kindes.

Kind auf einem Rollbrett vor einem Raketenmotiv

Alleine spielen geht bei uns fast nie, es muss immer jemand daneben sitzen.

Beschäftigung mit sich allein kaum möglich

Sie klettert und rennt los, ohne vorher zu schauen, was passieren kann.

Schlechte Gefahreneinsicht

„Ich kann das eh nicht“ kommt bei ihm, bevor er es überhaupt probiert hat.

Geringer Selbstwert, mangelndes Selbstvertrauen

Am Spielplatz steht er oft daneben und findet keinen Anschluss.

Schwierigkeiten mit Gleichaltrigen

Lebensbereich 4 von 4

Erholung

Baby schläft in einem hängenden Tuch

Ein Kind, das den ganzen Tag gegen zu viele Reize ankämpft, kann am Abend nicht einfach abschalten. Zwei Sätze, die Eltern hier oft sagen:

Runterkommen funktioniert bei ihr kaum, auch wenn der Tag längst vorbei ist.

Entspannungsprobleme

Das Einschlafen zieht sich jeden Abend über Stunden.

Einschlafprobleme

Bevor Sie weiterlesen

Eine Wahrnehmungsstörung sagt nichts über die Intelligenz Ihres Kindes

Bei einer Störung der Wahrnehmungsverarbeitung werden Reize wie Sehen, Hören, Fühlen und die eigene Körperwahrnehmung abgeschwächt oder verstärkt verarbeitet. Die Organe selbst funktionieren dabei einwandfrei, das Kind hört und sieht ganz normal. Nur der Weg vom Reiz zur Reaktion läuft anders, und genau das kostet im Alltag so viel Kraft.

Das hat mit Begabung nichts zu tun, und es ist kein Zeugnis über Ihre Erziehung. Viele Kinder, die zur Diagnostik kommen, sind hell wach und neugierig. Sie müssen für Dinge, die anderen nebenbei gelingen, nur ungleich mehr aufwenden.

Ergotherapie ist auch keine letzte Maßnahme, die kommt, wenn sonst nichts mehr hilft. Je früher ein Kind Unterstützung bekommt, desto kleiner ist der Berg, den es später allein tragen müsste. Früh anrufen ist das Gegenteil von Aufgeben.

Und wenn mehreres zutrifft?

Mehrere Punkte erkannt heißt noch nicht automatisch Therapie

Kein einzelner Punkt unserer unvollständigen Auflistung ist für sich genommen ein Befund. Kinder entwickeln sich in Sprüngen, und vieles wächst sich schlicht aus. Was zählt, ist das Muster: wie oft, wie lange schon, wie stark greift es in den Alltag ein.

Herausfinden lässt sich das nur mit einer ordentlichen Befundung. Die dauert hier 3 Einheiten und endet mit einer klaren Aussage, auch wenn diese lautet: derzeit ist keine Ergotherapie notwendig.

  1. 1

    Zwei Einheiten Beobachtung

    Ihr Kind wird beim Spielen, Bewegen und Arbeiten am Tisch beobachtet und getestet. Für das Kind fühlt sich das nach Spielen an, nicht nach Prüfung.

  2. 2

    Befundbesprechung ohne Kind

    In der dritten Einheit wird der erhobene Befund in Ruhe mit Ihnen besprochen, samt Tipps für den Alltag zu Hause.

  3. 3

    Klare Aussage, in beide Richtungen

    Am Ende formulieren wir klar, ob Ergotherapie derzeit notwendig erscheint oder nicht. Falls ja, folgt ein Therapieplan mit gemeinsam definierten Zielen.

Der nächste Schritt

Erzählen Sie einmal, was Ihnen auffällt

Ein Anruf reicht, um einzuschätzen, ob eine Befundung überhaupt sinnvoll ist. Bringen Sie einfach die zwei, drei Situationen mit, die Sie oben wiedererkannt haben.

Kaiserstraße 57/10-12, 1070 Wien. Therapiezeiten Montag bis Freitag, 08:00 bis 18:00 Uhr.

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