Das Kind wählt
Im Spiel schafft sich das Kind eine eigene Welt nach seinen Bedürfnissen. Darin bearbeitet es freiwillig genau die Themen, die es am Tisch mit einem Arbeitsblatt abwehren würde.
Der Schwerpunkt der Praxis
Bevor ein Kind sinnvoll handeln kann, muss sein Gehirn die vielen Eindrücke ordnen, die Körper und Umwelt ihm ständig schicken. Genau daran arbeitet die sensorische Integrationstherapie, auf 300 m² in 8 eigenen Therapieräumen im 7. Bezirk.
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„Spaß ist das kindliche Wort für sensorische Integration.“
In Elternsprache
Sehen, Hören, Tasten, Gleichgewicht und die Rückmeldung aus Muskeln und Gelenken kommen alle gleichzeitig an. Aus diesem Durcheinander muss das Gehirn ein brauchbares Bild machen. Gelingt das zuverlässig, wirkt ein Kind geschickt, aufmerksam und ausgeglichen. Gelingt es nicht, entsteht Verwirrung im Verhalten und in der Gefühlslage.
Über die Sinne kommt ununterbrochen Information an, aus der Umgebung und aus dem eigenen Körper: Sehen, Hören, Tasten, Gleichgewicht, die Meldungen aus Muskeln und Gelenken.
Das Gehirn sortiert, was gerade wichtig ist und was nicht, gewichtet die Reize und setzt sie zu einem einzigen Bild zusammen.
Aus diesem Bild entsteht eine passende Reaktion: greifen, ausweichen, zuhören, ruhig sitzen bleiben. Sinnvolles Handeln beginnt also nicht bei der Bewegung, sondern beim Sortieren.
Ein Kind, dem das Sortieren schwerfällt, ist nicht unwillig, sondern überfordert. Es hört die Aufgabe, spürt gleichzeitig den kratzenden Pulli, den Lärm vom Gang und den eigenen Körper auf dem Sessel, und kann nicht entscheiden, was davon gerade zählt.
Die Fähigkeitenpyramide
Lernen steht an der Spitze. Es lebt von Neugier, Begeisterung und Spaß an der Sache. Getragen wird es aber von allem, was darunter liegt.
Sind die Grundsinne instabil verarbeitet, also Körpereigenwahrnehmung, Gleichgewicht und Berührungsempfinden, geraten die Ebenen darüber mit ins Wanken: Kraftdosierung, Haltungsstabilität, Sozialverhalten und Aufmerksamkeit. Sichtbar wird das oft erst in der Schule, obwohl die Ursache mehrere Ebenen tiefer liegt.
Deshalb setzt die Therapie unten an und nicht oben. Wer an der Spitze übt, während das Fundament fehlt, kostet ein Kind vor allem die Freude am Lernen.
Der Grund für den Schwerpunkt
Schaukeln, Rollbretter, Hängematten und Kletterelemente brauchen Höhe, Fläche und feste Aufhängungen. Genau daran scheitern viele Praxen. In der Kaiserstraße liegt alles an einer einzigen Adresse.
„Man kann im Gehirn nur dann etwas vernetzen, neue Strukturen aufbauen, wenn es unter die Haut geht.“
Der häufigste Einwand
„Schaukeln und klettern könnte ich zu Hause doch auch.“ Der Einwand ist berechtigt, und die Antwort liegt genau im Unterschied zwischen Spielen und Therapie.
Wirkung entfaltet nur ein echtes Spiel, zu dem das Kind von innen heraus motiviert ist. Die Therapeutin baut den Rahmen dafür und verändert ihn währenddessen laufend, damit genau die Fähigkeit gefordert wird, an der gerade gearbeitet wird. Sobald daraus eine Übung wird, mindert das den Erfolg beträchtlich.
Im Spiel schafft sich das Kind eine eigene Welt nach seinen Bedürfnissen. Darin bearbeitet es freiwillig genau die Themen, die es am Tisch mit einem Arbeitsblatt abwehren würde.
Während gespielt wird, verändert die Therapeutin laufend die Bedingungen: die Schaukel höher, der Weg schmaler, das Ziel weiter weg. Sichtbar bleibt ein Spiel, gefordert wird gezielt eine Fähigkeit.
Sobald sich etwas nach Übung anfühlt, kippt die Eigenmotivation, und mit ihr sinkt der Erfolg beträchtlich. Deshalb wird in der Einheit nicht geübt, sondern gespielt.
Am Spielplatz passiert vieles zufällig. In der Therapie ist jeder Reiz ausgewählt, beobachtet und ausgewertet. Ein Spielplatz ersetzt darum keine Therapie, und eine Therapie ersetzt keinen Spielplatz.
Der nächste Schritt
Schildern Sie kurz, was Ihnen bei Ihrem Kind auffällt. Im Büro hören Sie ehrlich, ob eine Diagnostik in dieser Praxis sinnvoll ist und wie der Ablauf aussieht. Das Büro ist Dienstag und Mittwoch von 08:00 bis 18:00 Uhr sowie Freitag von 08:00 bis 16:00 Uhr erreichbar.