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Ergotherapie KinderspielPotenziale entfalten – ganz spielerisch

Für zuhause

Anregungen für den Alltag, die heute Abend schon wirken

Vieles von dem, was in der Therapie passiert, lässt sich zuhause fortsetzen, ohne Material und ohne Programm. Die folgenden Anregungen stammen aus der täglichen Arbeit der Praxis. Jede steht mit der Begründung da, warum sie wirkt, damit Sie selbst entscheiden können, was zu Ihrem Kind passt.

Anregungen und Tipps für den Alltag

Judo und Schwimmen

Beide Sportarten sind hervorragend für die Körpereigenwahrnehmung. Auch ohne bereits gut entwickelte Bewegungsplanung bekommt Ihr Kind dabei viel Rückmeldung vom eigenen Körper.

Planungsspiele

Lego nach Anleitung bauen und danach aus dem Gedächtnis: so lernt Ihr Kind Handlungsplanung im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch.

Kneten

Reize auf der Haut spüren, Kraft einsetzen und dosieren. Genau diese Aspekte bahnen fein- und graphomotorische Fähigkeiten an. Und es macht Spaß.

Gemeinsam kochen und backen

Einen Obstsalat machen oder Kekse backen ist für die Entwicklung feinmotorischer Fähigkeiten und für die Handlungsplanung äußerst wertvoll. Zudem bleibt so eine Stunde jedem Kind positiv in Erinnerung.

Haare waschen

Kinder, die überempfindlich auf Berührungsreize reagieren, mögen den Schaum auf keinen Fall in den Augen oder auf der Zunge. Bei einem überempfindlichen Gleichgewichtsorgan kann schon der Kopfschwenk nach hinten Schwindel auslösen. Wer das weiß, führt den Abend anders.

Kaugummi kauen

Beim Kauen werden extrem viele Muskeln beansprucht. Das fördert nicht nur die Körpereigenwahrnehmung, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit, und dient hervorragend dem Spannungsabbau.

Am Bauch liegend malen

Malen oder Aufgaben in Bauchlage ist gut für die Körperspannung und verbessert dadurch auch die Körperhaltung. Zusätzlich unterstützt es die Aufmerksamkeit.

Einschlafen und Durchschlafen

Rituale am Abend schaffen Sicherheit und gute Voraussetzungen, um schnell einzuschlafen. Das Trinken eher über den Tag verteilen, damit dem Durchschlafen nichts im Weg steht. Bei berührungsüberempfindlichen Kindern ist eine Gewichtsdecke zu empfehlen: sie dämpft genau solch intensive Reizverarbeitung und wirkt beruhigend.

Das kleine ABC

Im Umgang mit dem SI-Kind

Was vermieden werden soll

Dass das Kind das Gefühl bekommt, anders zu sein, und ein negatives Bild von sich selbst entwickelt, weil es viele Herausforderungen nicht erfolgreich bewältigen kann und häufig Missgeschicke erlebt.

Die dreizehn Punkte daneben sind keine Erziehungsregeln. Sie sind der Versuch, dem Kind den Alltag so zu bauen, dass es sich darin als erfolgreich erlebt.

Was Sie tun können

  • 01Zeigen Sie dem Kind Ihr Verständnis.
  • 02Respektieren Sie die Bedürfnisse und Abneigungen des Kindes, auch wenn sie Ihnen unverständlich erscheinen. Zwingen Sie es vor allem bei Berührungen und beim Essen zu nichts.
  • 03Respektieren Sie seine Ängste, auch wenn sie unbegründet scheinen.
  • 04Ermöglichen Sie dem Kind, sich in einem kontrollierten Rahmen die Sinnesreize zu holen, die es sucht. Es therapiert sich damit zum Teil selbst.
  • 05Motivieren Sie das Kind, sich zu bewegen. Vor allem rhythmische Bewegungen verbessern die Sinnesverarbeitung. Ermutigen Sie es, neue Bewegungserfahrungen zu sammeln.
  • 06Stellen Sie Möglichkeiten bereit, negative Gefühle auszuleben.
  • 07Loben Sie das Kind. Betonen Sie das Positive, selbst wenn etwas schief gegangen ist.
  • 08Machen Sie dem Kind nicht die Hoffnung, dass es von selbst aus seinen Schwierigkeiten herauswachsen wird.
  • 09Wenn Sie es fördern wollen, bauen Sie auf Stärken, Vorlieben und Interessen des Kindes auf.
  • 10Setzen Sie kleine Ziele, die erreichbar sind.
  • 11Helfen Sie dem Kind gerade so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Ermutigen Sie es, sich selbst zu helfen.
  • 12Reden Sie dem Kind nicht ein, dass es alles schaffen kann, wenn es sich nur sehr zusammenreißt.
  • 13Versichern Sie dem Kind, dass Sie es mögen, so wie es ist.

Wenn die Anregungen nicht reichen

Manches bessert sich mit Zeit und ein paar Gewohnheiten. Manches nicht. Ein ergotherapeutischer Befund sagt Ihnen, woran Sie mit Ihrem Kind gerade wirklich sind, und ob Therapie sinnvoll ist. Kein Termindruck, kein Abo.

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